Vor der Kamera – unterstellte und reale Wirkungen von Videoaufzeichnungen auf den Lehrbetrieb

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Wie aus der Quantenphysik bekannt ist, beeinflusst der Akt der Beobachtung den Ablauf des Experiments. Dies gilt in zweifacher Hinsicht auch für die Beobachtung von Lehr-/Lernprozessen mit Kamera und Mikrofon: Zum einen werden hierdurch die aufgezeichneten Personen psychisch beeinflusst, da sie sich mit subjektiven Vorstellungen und Befürchtungen über die Wirkungen der Aufzeichnung auseinander setzen und daraufhin ihr Verhalten im Lehrbetrieb entsprechend anpassen (sog. Reaktivität). Zum anderen schafft die Tatsache der Aufzeichnung auch de facto leicht veränderte Rahmenbedingungen für den Lehrbetrieb.
Auf der Basis von Daten aus Interviews mit Lehrenden geht der Vortrag ihren subjektiven Annahmen im Vorfeld nach und stellt diese den im Betrieb real festgestellten Wirkungen von Aufzeichnungen auf die Lehrpraxis (und andere Bereiche) gegenüber.
Diese Gegenüberstellung generiert Hintergrundwissen und Argumente für die Überzeugungsarbeit, welche gegenüber Lehrenden im Vorfeld zu leisten ist, damit Lehrveranstaltungen aufgezeichnet werden können. Sie liefert außerdem einen Beitrag zur Frage der Aufwand-Nutzen-Einschätzung von Lehrveranstaltungsaufzeichnungen.