Flexibilität und Mehrwert durch Vorlesungsaufzeichnungen (VAZ). Argumente, Wege und Wirkungen.

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Macht man sich um die Produktion und Distribution von VAZ Gedanken, wurde die größte Hürde bereits genommen: Man hat Lehrende gefunden, die bereit sind, sich aufzeichnen zu lassen.
VAZ werden von Lehrenden jedoch fast immer zunächst mit Vorbehalten betrachtet. Dabei sind die Fragen und/oder Gegenargumente bekannt, so dass man diese gut besprechen und offene Lehrende für zumindest für ein Probesemester gewinnen kann. Die positiven Erfahrungen gepaart mit den positiven Rückmeldungen der Studierenden sorgen in der Mehrzahl der Fälle für eine Fortsetzung in den Folgesemestern oder die Wiederverwendung alter Aufzeichnungen.
Das vorliegende Poster nimmt die sechs häufigsten Grundfragen und -bedenken in den Blick, um zu informieren und Vorurteile auszuräumen:

  • „VAZ können doch niemals gleichwertig zur Präsenzveranstaltung sein.“
  • „Die Studierenden können keine Fragen stellen und Interaktion ist auch nicht möglich.“
  • „Ich will nicht auf YouTube landen.“
  • „Es kommt niemand mehr in meine Vorlesung - mit VAZ mache ich mich doch überflüssig.“
  • „Ich werde auf meine Aussagen festgenagelt und kann nicht mehr offen und natürlich sein.“
  • „Gibt es nicht Probleme mit Urheberrechtsverletzungen?“

Erfolgsgaranten sind die Antworten des Posters allerdings nicht: Bei vielen Lehrenden beruht die Ablehnung auf prinzipiellen Einstellungen oder tieferliegenden Ängsten.
Im Anschluss skizzieren zwei kleinere Posterabschnitte zur Aufnahmetechnik und den Ausgabeformaten von VAZ die Umsetzung an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Das Poster schließt mit ausgewählten Evaluationsergebnissen aus vier Semestern. Diese überwältigend positiven Rückmeldungen der Studierenden haben beim Autor die Überzeugung entstehen lassen, dass VAZ einen erheblichen Mehrwert im Vergleich zur Präsenzveranstaltung bieten können: Zeit- und Ortsunabhängigkeit ermöglichen individuelles Lernen im eigenen Tempo und überwinden damit die zwangsläufige Gleichschaltung der Studierenden in der traditionellen Vorlesung.