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Die Neue Osnabrücker Zeitung interviewt Prof. Dr. Oliver Vornberger (wissenschaftlicher Leiter) über den Kongress. Das Interview findet sich unter diesem Link. Daneben gibt es ein weiteres Interview mit Prof. Dr. Oliver Vornberger über aktuelle Fragen zum E-Learning an Hochschulen. Dieses Interview wird im Folgenden wiedergegeben.

 

  1. EDV und IT sind aus der Hochschullehre vielerorts nicht mehr wegzudenken. Sind sie damit nicht so alltäglich, dass man darüber heute kaum noch sprechen muss?

Technik allein hilft ja nicht weiter, sondern nur ihr sinnvoller Einsatz. Und der ist bei Lehrenden und Studierenden noch längst nicht ausgeschöpft. "Teaching Trends" soll zeigen, wohin die Reise gehen könnte, wenn wir das technische Potenzial stärker in die Lehre einbringen.

 

  1. Titel des Kongresses ist „teaching trends: Neue Konzepte des Technologie-Einsatzes in der Hochschullehre“. Am Ende sind aber doch die Prozesse der Wissensaneignung und des Kompetenzaufbaus gleich geblieben, oder?

Die grundsätzlichen Prozesse sind gleich geblieben, aber sie können deutlich von der verbesserten Infrastruktur profitieren. Viele Untersuchungen belegen, dass Lernen umso intensiver stattfindet, je mehr "Eingabekanäle" benutzt werden. Daher verbessern multimediale Bestandteile das Lernszenario und holen bisher ungenutzte kognitive Reserven heraus.

 

  1. Die "neuen Medien" sind doch nun auch schon nicht mehr so neu. Warum trotzdem ein solcher Kongress? Was sind die aktuellen technischen Entwicklungen?

Die "Neuen Medien" sind in der Tat nicht mehr neu, aber der Umgang mit Ihnen lässt noch viel Spielraum zu. Konkret: Das Medium "Video" gibt es schon seit 30 Jahren, aber es sinnvoll im Rahmen von Vorlesungsaufzeichnungen zu nutzen, ist relativ neu. Internetbrowser und die Programmierung von Webseiten kennen wir seit 20 Jahren, aber erst jetzt entdecken und perfektionieren wir die browserbasierten
Klausuraufgaben.

 

  1. Was sind die Schwerpunktthemen der Tagung und warum veranstaltet ihn der ELAN-Verein?

Die Schwerpunktthemen sind Video, Mobile Learning, E-Assessment, Blended Learning und Wikis. Der ELAN-Verein möchte seinen Mitgliedern und der Öffentlichkeit eine Plattform bieten, sich auszutauschen und über die neuesten Trends zu fachsimpeln.

 

  1. Von Studierenden kommen sicherlich heute immer neue Erwartungen an die Lehre. Für Lehrende bedeutet dies oftmals zunächst Mehrarbeit. Warum ist der Einstieg ins E-Learning trotzdem lohnend?
  2.  

Die Vorbereitung für E-Learning-Angebote bedeutet für den Dozenten in der Tat ein Mehraufwand. Der schlägt sich aber unmittelbar in einer besseren Strukturierung des Lehrstoffes und in höherwertigem Lehrmaterial nieder. Beides wird sicherlich den Lernerfolg steigern.

 

  1. In der Tagungsankündigung schreiben Sie, dass nun auch Prüfungen und Übungen elektronisch abgehalten werden können. Macht dies nicht Vielen Angst?

Den Studierenden sicherlich nicht, denn dadurch wird das ganze Verfahren ausgewogener und systematischer. Die Dozenten vermuten (zu Recht) einen erhöhten Einstiegsaufwand zum Vertrautwerden mit diesen neuen Möglichkeiten. Aber anschließend amortisiert es sich recht schnell und nach kurzer Zeit will es niemand mehr missen.

 

  1. Ein weiterer Schwerpunkt soll die "Lehre im Web 2.0", also die Kommunikation und Interaktion in Communities sein. Bedeutet dies, dass wir zukünftig unseren Mitstudenten und Lehrenden nicht mehr real begegnen?

An einer Präsenzuni überwiegen weiterhin die realen Begegnungen, aber schon beim Blended Learning kann es durchaus Phasen geben, wo die Kommunikation ausschließlich elektronisch geschieht. Die Firma Udacity hat in ihren virtuellen Kursen über 100.000 Teilnehmer. Denen kann der Dozent nicht wirklich die Hand schütteln.

 

  1. Ok. Das klingt tatsächlich interessant. Richtet sich die Tagung nur an IT-Fachleute oder wer ist die Zielgruppe?

Neben den Technikern sind sicherlich junge Wissenschaftler angesprochen, die neugierig sind, wie sie in Zukunft wohl unterrichten können, kurz: die wissen wollen, wie sich der Trend in der Lehre entwickelt.